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   8.07.14 19:30
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Meisenburg die Zweite.....

Montag!

Die nächste Stunde nahte. Kann ja nicht so schlimm werden. Habe ja schon alles gesagt!

Es fing auch alles ganz harmlos an. Heute hatte der Therapeut sich Elke zum "quälen" ausgesucht. Die Arme! Wurde als Kind mißbraucht, vermied jeden Körperkontakt und trug weite Kleidung. Sie tat mir leid, aber ich war auch froh, daß ich heute nicht sein "Opfer" war.

Er teilte uns in 2er Gruppen auf. Elke und ich! Auch gut. Wir mußten uns abwechselnd auf den Boden legen und mit einem Strick, meinem Strick, die Konturen des Körpers nachlegen. Elke legte sich als Erste hin. Sie weinte!     Ich litt mit ihr. Ich wußte doch, dass sie Berührungen haßte, die Nähe haßte. Ich nahm diesen Strick und begann ganz vorsichtig, machte Pausen und fragte sie, ob es auszuhalten sei. Wir  schafften es!

Dann war ich dran. Es schnürte mir den Hals zu.                                            Der STRICK - mein STRICK - mein Exmann!                                                 Darin sollte ich mich einpacken lassen?! Als es um Elke ging, war es ein Strick. Da waren es Elkes Ängste. Und jetzt...

Ich lag auf dem Boden, weinte und zitterte. Elke kniete hilflos daneben.      Ich mußte es ja nicht machen. Ich wollte es aber! Mit Hilfe der Gruppe schaffte ich es. Mit Händchen halten, Zuspruch und Tränen. 

Ich hatte "ihn" besiegt! Ich konnte den Strick danach in den Schrank legen. Den Strick, aber nicht meine Vegangenheit, meine Erinnerungen. Zu Hause ist es anders. Kommen Erinnerungen hoch, lenke ich mich ab, lasse Sie nicht zu. Irgendwann muß ja auch mal gut sein! Schließlich war mein Exmann ja tot.

Wie oft hatte ich daran gedacht, ihn umzubringen. Wie sehr habe ich ihn dafür gehaßt, daß er solche Gedanken in mir hervorrief! Wir waren schon 5 Jahre getrennt als er starb. Selbstmord auf Raten! Und selbst da fühlte ich mich schuldig. Was wäre, wenn ich ihn nicht verlassen hätte!? Würde er noch leben?! Hätte ich ihn retten können?! Hätte ich ihn noch eine Chance geben sollen?! Ich war doch "erst" 4mal zu meinen Großeltern geflüchtet.  Heute fühle ich mich nicht mehr schuldig. Schon lange nicht mehr. Vielleicht würde er heute noch Leben wenn ich geblieben wäre. Aber wäre ich dann noch am Leben?! Wenn ja, was wäre noch von mir übrig?! Was wäre aus meinem Kind geworden?! Bestimmt nicht diese selbstbewußte, starke junge Frau, die studiert.

10.7.14 09:01


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Meisenburg die Dritte


2008

Schon wieder in die Meisenburg! So "verrückt" kann ich doch nicht sein.          Diesmal kam ich in die Schmerzgruppe. Da können sie wenigstens nichts hervorholen. Ich habe Schmerzen im ganzen Körper. nennt sich Fibromyalgie.   Es waren lange 4 Wochen. Meine Tischnachbarn und Mitpatienten machten sie mir erträglich.                                                                                             In der Gruppentherapie saßen natürlich nur Leute mit Schmerzen. Sie jammerten 90 minuten lang. Es kamen immer wieder die Aussagen:                                   Das kenne ich auch, das hatte ich auch schon, heute ist ganz schlecht.....         Am Wochenende sah es bei denen nicht ganz so schlecht aus!                    Erstmal tanzen, richtig abzappeln! Und am Montag!? Ja klar - jammern.....      Wir hatten einen ständigen Therapiewechsel. Nordic Walking fand mittags bei   30 Grad statt. Mit uns "Kranken" kann man es ja machen. Viele Anwendungen vielen krankheitsbedingt aus. Diese Kur war mehr ein "Urlaub". 4 Wochen nicht einkaufen, kochen , putzen, organisieren, bügeln, wischen.......                      Kontakte, die heute noch bestehen.                                                             Am Ende meiner Kur beschwerte ich mich übers Haus. Aber ich war ja nur eine von den "Verrückten"

11.7.14 21:00


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